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e5-Salzburg

e5-Wissen: Entwicklungs- und Raumplanung

Energieleitbilder und Klimaschutzkonzepte

Die e5-Gemeinde hält offiziell fest, wohin sie sich im Energie- und Klimaschutzbereich entwickeln will.

Im Sinne des e5-Programms soll ein Gemeindeleitbild unter Beteiligung der Politik und der Interessensvertretungen erarbeitet werden. Es soll alle Handlungsfelder beinhalten, auf die die Gemeinde Einfluss hat. Klimaschutzkonzepte gehen über den engeren Energiebereich hinaus und umfassen bspw. auch Maßnahmen zum Bodenschutz oder zur klimafreundlichen Beschaffung.

Wichtig ist nicht der Umfang des Leitbilds, sondern dass die Ziele mit konkreten und realistischen Maßnahmen hinterlegt werden. Quanitative Zielvorgaben (bspw. Anteil erneuerbarer Energie bei kommunalen Gebäuden in % im Jahr 2020) können eine Hilfestellung sein, um den Weg nicht aus den Augen zu verlieren. 

Die äußere Form des Leitbilds entscheidet oft darüber, ob die Inhalte auch an die Gemeindebürger vermittelt werden können. Einige e5-Gemeinden haben sich entschieden, zusätzlich zum Beschlusstext eine Druckversion mit ansprechendem Layout erstellen zu lassen, die der Gemeindezeitung beigelegt wurde (z.B. Flyer Energieleitbild Henndorf).

Beispiele für kommunale Energieleitbilder im Bundesland Salzburg:

Raumordnung und Energie

Gute räumliche Planung reduziert den Energiebedarf.

Wichtig ist eine kompakte Siedlungsentwicklung, die eine Versorgung mit erneuerbaren Energieträgern und klimaschonende Mobilitätsformen unterstützt. Im Bundesland Salzburg ist dieses Planungsprinzip im Raumordnungsgesetz verankert, deren Umsetzung wird von den Gemeiden immer stärker eingefordert (Presseaussendung 03.10.2013). 

Das Räumliche Entwicklungskonzept (REK) ist ein wichtiges Planungsinstrument auf örtlicher Ebene. Geeignete Standorte für Energieproduktion, die Art der Energieversorgung von zukünftigen Baulandflächen und andere Energieziele, die die Gemeinde in ihrem eigenen Wirkungsbereich binden, können darin festgelegt werden. Argumentationshilfe bieten Bewertungstools, die den Energiebedarf unterschiedlicher räumlicher Entwicklungsalternativen transparent darstellen.

Hohe Baustandards oder eine Wärmeversorgung mit erneuerbaren Energieträgern kann eine Gemeinde auf eigenen Grundstücken oder über die Vertragsraumordnung vorgeben, z.B. im Rahmen von Baulandsicherungsmodellen.

Klimawandelanpassung

Die globale Erderwärmung und der damit einhergehende Klimawandel sind bis zu einem gewissen Grad unvermeidbar.

Energieeffiziente Gemeinden setzen sich bewusst mit Folgen des Klimawandels auseinander. Wenn auch das vorrangige Ziel bleibt, klimaschädliche Emissionen zu reduzieren, so müssen dennoch schon heute Anpassungsmaßnahmen vorgedacht werden.  Das e5-Team sollte dabei im Dialog auch die Bevölkerung und die örtliche Wirtschaft mit einschließen.

Am Beginn steht zumeist eine Risikobewertung zu verstärkten Naturereignissen, bspw. Hochwasser oder Vermurungen, die zu erweiterten Schutzmaßnahmen führt. Aber auch Anpassungen bei Gebäuden oder wirtschaftliche Veränderungen für Tourismus oder Landwirtscahft können Thema sein.

Indikatorensysteme

Die Umsetzung der Klimastrategie und Energiepolitik der Gemeinde muss mittels Indikatoren evaluiert werden.

Eine Gemeinde erhebt in regelmäßigen Abständen ausgewählte Indikatoren, die Rückschlüsse auf die erfolgreiche Umsetzung der kommunalen Energiepolitik ermöglichen. Die Kennzahlen umfassen nicht nur den direkten Energieverbrauch (siehe Energie- und CO2-Bilanz), sondern auch indirekte Einflussfaktoren auf Energie- und Ressourcenverbrauch (bspw. Verkehrsentwicklung oder die Anzahl der Energieberatungen). Das SIR bietet zur Kennzahlen-Auswertung ein e5-Service an.

Energie- und CO2-Bilanz

Bilanzen sind eine wichtige Voraussetzung für die Zieldefinition und hilfreich für die Erfolgskontrolle.

Grundsätzlich können Daten bei der Statistik Austria und beim Land Salzburg angefordert werden. Diese bieten einen guten Überblick über die allgemeine Energiesituation, bilden jedoch nicht die aktuelle Entwicklung direkt auf Gemeindeebene ab.

Wenn eine Gemeinde die lokale Energiesituation genauer erfassen möchte, so ist eigene Energiedatenerhebung bei Hauseigentümern erforderlich. Abgefragt werden Daten über Energieverbrauch, Heizung, Warmwasserbereitung und Gebäudezustand. Daraus lässt sich eine Energie- und CO2-Bilanz, aber auch ein kommunales Maßnahmenprogramm zur Förderung der Energieeffizienz ableiten (Leistungsangebot des SIR für Energiedatenerhebung unter „e5-Service“).

Die Baubehörde als Infostelle für energieeffizientes Bauen

Die Bautätigkeit in der Gemeinde kann über Gespräch und Information stärker in eine energiesparende Richtung gelenkt werden.

Die Gemeinde als Baubehörde hat einen großen Einfluss auf die Bautätigkeit im Ort. Der Spielraum bei Baubewilligungs- und Baukontrollverfahren sollte genutzt werden, um eine möglichst energieeffiziente Bauweise sicherzustellen.

Die baubehördliche Kontrolle auf Grundlage des Energieausweises ist jedoch nicht die einzige Möglichkeit, um Häuslbauer über Energievorgaben zu informieren. Auch durch Beratung und Förderinformation sollten Bauwerber im Planungsprozess begleitet werden. Die Energieberatung des Landes Salzburg stellt den Gemeinden dafür Informationsbroschüren zur Verfügung und bietet persönliche Energieberatung für Bauwillige an.

Sanierungsberatung: Broschüre des Landes Salzburg (2015)