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e5-Salzburg

Programmelemente

Das e5-Programm zeichnet sich durch folgende wesentliche Elemente aus:

e5-Team

Energie ist eine klassische Querschnittsmaterie, die üblicherweise in unterschiedlichen Verwaltungsabteilungen und politischen Ausschüssen behandelt wird. Aufgabe des Teams ist es daher, die unterschiedlichen Akteure in der Gemeinde zu vernetzen. Durch das e5-Team soll keine Parallelstruktur zu bestehenden Ausschüssen aufgebaut werden, sondern das e5-Team soll als Steuerungsgruppe dienen, in der die unterschiedlichen Aktivitäten aufeinander abgestimmt werden.

Das e5-Team wird von der Gemeindevertretung mit der Umsetzung des e5-Programms beauftragt. Es ist somit die „Entwicklungszentrale“ und „Motor“ der energiepolitischen Arbeit in der Gemeinde. In der Regel umfasst das Energieteam etwa 5 bis 15 Personen.

Zusammensetzung des e5-Teams:

  • Mit Entscheidungskompetenz ausgestattete Vertreter der Verwaltungsabteilungen, die mit Energiethemen befasst sind (z.B. Stadtplanung, Hochbau/Liegenschaftsverwaltung, Stadtwerke, Umweltamt)
  • Vertreter der politischen Gremien, die mit Energie befasst sind (z.B. Umweltausschuss, Bau- und Raumordnungsausschuss, Verkehrsausschuss)
  • Wenn gewünscht: Engagierte Privatpersonen, Fachleute aus der Bevölkerung

Aufgaben des e5-Teams:

  • Koordination bestehender Energie/Umwelt-Aktivitäten
  • Durchführung einer ersten energetischen Ist-Analyse der Gemeinde
  • Jährliche Erfolgskontrolle und darauf aufbauend Erstellung bzw. Aktualisierung des energiepolitischen Aktivitätenprogramms für die Gemeinde mit konkreten Projektvorschlägen
  • Umsetzung bzw. Begleitung der Umsetzung der Projekte
  • Dokumentation der Aktivitäten
  • Vorbereitungen für die e5-Zertifizierung der Gemeinde

Spezielle Funktionen im e5-Team:

Der e5-Teamleiter

... leitet die Sitzungen, kontrolliert die Umsetzung der Projekte und ist Sprecher des e5-Teams nach außen.

Der e5-Beauftragte

... ist Ansprechperson für den e5-Gemeindebetreuer vom SIR. Er ist Mitarbeiter in der Gemeindeverwaltung und ist dort mit der Abwicklung der wesentlichen energierelevanten Aufgaben betraut. Als administrative Unterstützung des e5-Teamleiters organisiert er bspw. die e5-Teamsitzungen und verfasst die Sitzungsprotokolle. Der e5-Beauftragte ist auch für die laufende Dokumentation der Ergebnisse aus der e5-Arbeit zuständig.

Der e5-Energiereferent

... ist die energiepolitisch verantwortliche Person in der Gemeinde und stellt das Verbindungsglied zwischen e5-Team und Gemeindepolitik dar. Der Energiereferent ist Mitglied des Gemeindevorstandes oder der Gemeindevertretung.

e5-Betreuung

e5-Gemeinden erhalten folgende Unterstützung:

  • Hilfestellung bei der Gründung des e5-Teams, Leitung der energiepolitischen Standortbestimmung (Startseminar)
  • Laufende telefonische Betreuung
  • Vermittlung von Fachleuten und von Know-How
  • Unterstützung in der jährlichen Durchführung von Erfolgskontrolle und Aktivitätenplanung
  • Hilfestellung/Fachberatung bei Planung und Umsetzung konkreter Projekte
  • Führen von strategischen Gesprächen mit den politisch Verantwortlichen
  • Verteilung von Informationen
  • Vermittlung von Kooperationsprojekten
  • Unterstützung in der kommunalen Öffentlichkeitsarbeit
  • Entwicklung von e5-Aktionen zur Unterstützung der e5-Arbeit (z.B. Thermografieaktion)
  • e5-Weiterbildungsveranstaltungen
  • e5-Erfahrungsaustauschtreffen, Vernetzung der e5-Gemeinden
  • Teilnahme an Treffen des e5-Teams (z.B. Projektumsetzung, Erstellung eines Arbeitsprogramms)
  • Überregionale Öffentlichkeitsarbeit
  • Begleitung und Betreuung der Gemeinde bei der e5-Zertifizierung
  • Ausfüllen, Auswerten und Aktualisieren des e5-Maßnahmenkatalogs für die Gemeinde
  • Organisation der Auszeichnung der Gemeinde (bei gegebenem Erfolg)
  • Bei Bedarf können nach Maßgabe der finanziellen Mittel zusätzliche Betreuungsleistungen (z.B. für konkrete Projekte) vereinbart werden.

Erfahrungsaustausch

Persönliche Kontakte sind für das Funktionieren eines Netzwerks unentbehrlich. Daher werden drei Mal jährlich vom SIR Erfahrungsaustauschtreffen mit den e5-Beauftragten und Teamleitern der e5-Gemeinden organisiert und moderiert. Diese Treffen dienen dem Austausch zwischen den e5-Gemeinden bzw. dem Austausch mit der Programmleitung. Neben der Weitergabe von Informationen und der Vorstellung und Diskussion von Projekten werden bspw. auch Ideen und Interessen für Weiterbildungsschwerpunkte, Exkursionen, Aktionstage o.ä. diskutiert.

Weiterbildung

Durch Weiterbildungsangebote wird versucht, Mitarbeitern aus e5-Gemeinden bzw. e5-Teammitgliedern gezielte Qualifizierungen für die e5-Arbeit zu geben. Die Themen werden großteils im Rahmen der e5-Erfahrungsaustauschtreffen ausgewählt: Straßenbeleuchtungsoptimierung, Energieausweis, Energiecontrolling, kommunale Gebäude in Passivhausstandard, das Modell der "Begegnungszonen" in der Schweiz, Öffentlichkeitsarbeit, Hauswarteschulung, Konzepte und Methoden für die Arbeit von e5-Beauftragten etc. 

e5-Maßnahmenkatalog und Handlungsfelder

Der e5-Maßnahmenkatalog ist das zentrale Arbeitsinstrument des e5-Programms. Er dient als

  • Hilfsmittel zur Standortbestimmung: Durch die Verwendung des Maßnahmenkatalogs wird sichergestellt, dass alle energiepolitischen Möglichkeiten einer Gemeinde erfasst werden.
  • Checkliste für die Planung zukünftiger Aktivitäten: Durch die Vielzahl der im Katalog aufgelisteten Maßnahmen erhält die Gemeinde mit einen umfassende Überblick über die Möglichkeiten, die vorhanden sind.
  • Instrument für die externe Kommissionierung und Auszeichnung: Durch die Verwendung des e5-Maßnahmenkatalogs als einheitlicher Maßstab werden die Leistungen der einzelnen Gemeinden bewertbar und vergleichbar gemacht.

Die energierelevanten Aktivitäten, die eine Gemeinde in ihrem Wirkungsbereich umsetzen kann, lassen sich in sechs Handlungsfelder einordnen. Der Maßnahmenkatalog ist in diese sechs Handlungsfelder gegliedert, wobei jedem Bereich mögliche Maßnahmen zugeordnet sind (insgesamt 84 Maßnahmen). Nach einem Punktesystem werden die umgesetzten Projekte der Gemeinde im Maßnahmenkatalog bewertet. Dabei werden natürlich die gemeindespezifischen Gegebenheiten berücksichtigt, die oft die Umsetzbarkeit/Sinnhaftigkeit einer Maßnahme beeinflussen (z.B. Gemeindegröße, urbane/ländliche Gemeinde). Hier werden dann die maximalen Punkte, die eine Gemeinde theoretisch erreichen kann, auf "mögliche" Punkte reduziert.

Die sechs Handlungsfelder im Maßnahmenkatalog sind folgende:

Entwicklungsplanung, Raumordnung

Maßnahmen, die die Gemeinde durch ihre Zuständigkeit für Leitbild, Planung, Raumordnung und Baubewilligungen setzen kann.

Kommunale Gebäude, Anlagen

Maßnahmen, die die Gemeinde bei ihren eigenen Einrichtungen und Betrieben (Schulen, Verwaltungsgebäuden, Kindergärten, Wasserwerke, Bauhof,...) setzen kann.

Versorgung, Entsorgung

Maßnahmen, die die Gemeinde in den Bereichen Energieversorgung (Nahwärmenetzen, Trinkwasserkraftwerke, Ökostrom...) Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und Abfallentsorgung treffen kann.

Mobilität

Maßnahmen, die die Gemeinde innerhalb ihres Wirkungsbereiches in den Bereichen Motorisierter Verkehr, Fußgänger- und Radfahrverkehr, Öffentlicher Verkehr sowie der verwaltungsinternen Mobilität setzen kann.

Interne Organisation

Maßnahmen, die eine effiziente und kontinuierliche, energiepolitische Arbeit in der Gemeindeverwaltung sicherstellen (e5-Beauftragter, Gründung und Pflege eines Energieteams, ressortübergreifende Kooperationen, regelmäßige Erfolgskontrolle, Weiterbildung der Mitarbeiter, ...)

Kommunikation, Kooperation

Maßnahmen, die zur Bewusstseinsbildung und Umsetzung von Maßnahmen durch Bürger, Institutionen, Vereine und Unternehmen in der Gemeinde beitragen sowie Maßnahmen, in denen die Gemeinde in und durch Kooperation mit anderen Institutionen (Betrieben, Vereinen, Schulen.....) energiepolitisch aktiv werden kann.

Energiepolitisches Profil

Auf Basis der Punktebewertung der umgesetzten Maßnahmen lässt sich das energiepolitische Profil einer Gemeinde ermitteln. Dieses Profil wird im Zuge des jährlich vom e5-Team durchgeführten internen Audit erstellt und stellt die Stärken und Schwächen der Gemeinde in den unterschiedlichen Handlungsfeldern optisch dar. 

e5-Arbeitsprogramm

In ein- bis zweijährigem Abstand erstellt das e5-Team ein Arbeitsprogramm mit Angaben zu Zeitplanung und Verantwortlichkeiten. Dieses Arbeitsprogramm orientiert sich dabei an:

  • den Ergebnissen der Erfolgskontrolle (Fortführung von bereits geplanten Projekten, ..)
  • den Ergebnissen der e5-Audits, des energiepolitisches Profils (bestehende Stärken weiter ausbauen – Schwächen durch Ausschöpfung der Potenziale abbauen)
  • den ohnehin geplanten Vorhaben in der Gemeinde (z.B. Sanierung eines Gebäudes)
  • formulierten Zielsetzungen (z.B. Energieleitbild, nächste e5-Auszeichnung)

Erfolgskontrolle

Einmal jährlich soll vom e5-Team eine Erfolgskontrolle durchgeführt werden. Dabei wird überprüft,

  • ob sich die laufenden Projekte zufriedenstellend entwickeln,
  • ob sich der Umsetzungsgrad des e5-Arbeitsprogramm am richtigen Weg befindet
  • ob das Ergebnis der umgesetzten Projekte mit der ursprünglichen Zielsetzung übereinstimmt und
  • ob sich die Energieeffizienz und der Einsatz erneuerbarer Energieträger in der Gemeinde generell in die richtige Richtung entwickeln.

Neben der Funktion einer Strukturierung der Teamarbeit bilden die Unterlagen zu den aktuellen Projekten, die für die Jahresbilanz zusammengetragen werden, die Basis für die Einreichungsunterlagen zum e5-Audit.

e5-Audit

Das e5-Audit bzw. die externe Kommissionierung ist die Grundlage für die Auszeichnung der e5-Gemeinden. Es findet mindestens alle drei Jahre statt (ab "eee" alle vier Jahre) und hat das Ziel, die Aktivitäten der e5-Gemeinde zu bewerten. Die Bewertung erfolgt auf Basis des e5-Maßnahmenkatalogs. Für das Ergebnis ist ausschlaggebend, wie viele Punkte die Gemeinde in jeder einzelnen Maßnahme tatsächlich erreichen kann, und wieviel Prozent der möglichen Punkte sich durch ihre Aktivitäten bereits erreicht hat.

Das e5-Audit läuft mehrstufig ab:

  1. Vorprüfung durch den externen Auditor anhand des ausgefüllten Maßnahmenkatalogs und der beigelegten Dokumentation
  2. Vor-Ort-Besuch in der Gemeinde
  3. Prüfung und Beschluss durch eine e5-Kommission, bestehend aus Vertretern des Landes, des Gemeindeverbands, des Energieversorgers, von Institutionen im Klimaschutzbereich u.a.

Das durch die Kommission bestätigte Bewertungsergebnis ist die Basis für die Auszeichnung der Gemeinde.

e5-Auszeichnung

Die Auszeichnung erfolgt auf Basis des Ergebnisses des e5-Audits in einem den "Hauben" der Gastronomie nachempfundenen System. Je höher der Umsetzungsgrad, desto mehr "e" werden vergeben:


Die Auszeichnung erfolgt im Rahmen einer einmal jährlich stattfindenden größeren Auszeichnungsveranstaltung. Dabei werden den Gemeinden die e5-Auszeichnungsmittel feierlich überreicht (e5-Urkunde, e5-Skulptur).

Das e5-Programm ist auch am europäischen Energie-Label „European Energy Award“ beteiligt, damit ist auch ein europäischer Vergleich der Städte und Gemeinden nach einem einheitlichen System möglich. e5-Gemeinden erhalten ab „eee“ den European Energy Award® und können sich mit dem fünften „e“ für den European Energy Award® Gold bewerben.