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e5-Wissen: Mobilität in Gemeinden

Mobilitätskonzepte

Zeitgemäße Verkehrskonzepte sichern den Gemeindebürgern attraktive Rahmenbedingungen für Erreichbarkeit und Mobilität.

Fußgänger, Radfahrer und die Benutzer des öffentlichen Verkehrs werden dabei gleichwertig berücksichtigt wie die motorisierten Verkehrsteilnehmer. Die Planung muss auf die städtebaulichen Verhältnisse abgestimmt sein. Negative Effekte des Verkehrsgeschehens wie Lärm, Schadstoffe oder Platzmangel durch abgestellte Fahrzeuge sollen minimiert werden.

Radverkehr

Das Fahrrad ist nicht nur als Freizeitvergnügen sondern als Verkehrsmittel im Alltag stark im Kommen!

Damit sich alle Gemeindebürger auf dem Fahrrad so sicher wie möglich fühlen können, sind zeitgemäße Infrastruktur und Serviceangebote erforderlich. „Kommunale Radverkehrsprogramme“ legen die Grundprinzipien und Ausbauprojekte fest. Wichtig sind Vorgaben für hochwertige Radabstellplätze, sowohl im Straßenraum als auch bei öffentlichen und privaten Gebäuden. Neue Möglichkeiten für Gemeinden wie Radfahrstraßen und Ausnahmen zur Radwegebenutzungspflicht bietet die StVO-Novelle 2013.

Begegnungszonen

Seit der StVO-Novelle 2013 ist es möglich, Mischverkehrszonen für Fahrzeuge und Fußgänger einzurichten.

Begegnungszonen funktionieren in Ortszentren oder Stadtteilen, wo über den Tag verteilt die Straße von Fußgängern oder Radfahrern genutzt wird. Die „Querbeziehungen“ und der Aufenthalt im öffentlichen Raum müssen eine gleichwertige Bedeutung haben wie der durchgehende – zumeist motorisierte - Verkehr. Höchstgeschwindigkeit beträgt 20 km/h, wenn keine Verkehrssicherheitsbedenken dagegen stehen, sind auch 30 km/h möglich.Eine entsprechende bauliche Gestaltung ist Voraussetzung, ebenso die Einbindung von Nutzer und Anrainer in den Planungsprozess.

Infrastruktur und Verkehrsorganisation für Elektro-Mobilität

Die Elektro-Mobilität kann für Gemeinden neue Möglichkeiten bringen, den Verkehr umweltverträglicher zu organisieren.

Der Bestand an Fahrzeugen mit elektrischem Antrieb (E-Bikes, E-PKWs) nimmt deutlich zu. Wege bis zu 50 km oder auch die "Letzte Meile" zwischen Wohnstandort und Stationen des Öffentlichen Verkehrs, sind mit den aktuellen Speichertechnologien im Fahrzeug komfortabel durchführbar. Die Verkehrs- und Entwicklungsplanung einer Gemeinde sollte daher frühzeitig auf die Chancen der Elektromobilität ausgerichtet werden.

Auch wenn mehr als 80 % aller Ladevorgänge am Wohn- oder Arbeitsort stattfinden, steht außer Zweifel, dass der Bedarf an öffentlicher Lade-Infrastruktur für unterschiedliche E-Fahrzeugtypen steigen wird. Im Bundesland Salzburg betreibt bspw. die Salzburg-AG unter ElektroDrive Salzburg ein Ladesysteme für E-PKWs, das über Kundenkarten zugänglich ist. Immer mehr Gemeinden stellen auf eigene Initiative öffentliche Ladestationen für Elektro-Fahrräder oder E-PKWs zur Verfügung. Auch in größeren Wohnbauten, Einkaufszentren oder bei Tourismusbetrieben wird der Zugang zu Lademöglichkeiten laufend ausgebaut.

Bürgerbusse und Carsharing

Nahmobilität und leistbare Verkehrsmittel für alle Gemeindebürger.

Viele Gemeinden leisten für ein Grundangebot im Öffentlichen Verkehr hohe Budgetbeiträge. Wenn diese nicht mehr zu halten sind, dann müssen kostengünstige Ersatzdienste aufgestellt werden. Diese setzen oft auf bedarfsorientierte Leistungen und die Einbindung ehrenamtlicher Lenker, was auch durch die Bezeichnung „Bürgerbus“ deutlich zum Ausdruck gebracht wird: Ein Angebot von Bürgern für die Bürger in der Gemeinde!

Kommunales Carsharing ist eine ergänzendes Mobilitätsservice gerade im ländlichen Raum; im besten Fall mit Fahrzeugen, die klimaschonende Antriebe aufweisen.

Mobilität in der Verwaltung

Energieeffiziente Gemeinden fördern intelligentes und nachhaltiges Mobilitätsverhalten im eigenen Verwaltungsbereich.

Wichtig sind Grundsatzbeschlüsse, die die Regeln für berufsbedingte Mobilität für alle Mitarbeiter der Verwaltung klar definieren. Diese betreffen sowohl den Weg zum Arbeitsplatz „Verwaltung“ als auch den Umgang mit Dienstfahrten und die Bewirtschaftung von Stellplätzen bei gemeindeeigenen Gebäuden.

Kommunaler Fuhrpark

Bei Beschaffungsvorgängen für den Gemeinde-Fuhrpark und im laufenden Betriebsablauf muss Treibstoffeinsparung ein Thema sein.

Werden Fahrzeuge angeschafft, sind der CO2-Emissionswert und die Treibstoffwerte hoch zu gewichten. Modelle mit alternativer Antriebstechnologie (z.B. Hybridfahrzeuge, Biogs) sind immer öfter eine interessante Variante, für kürzere Strecken auch Elektrofahrzeuge. Energieeffizientes Fuhrparkmanagement umfasst neben der Treibstoff-Buchhaltung auch die Aufgabe, einmal jährlich ein Training für spritsparende Fahrweise zu organisieren.

Kommunikation und Bewusstseinsarbeit

Das Bewusstsein bei Gemeindebürgern muss gestärkt werden, dass Mobilitätsbedürfnisse auch auf intelligente und energieeffiziente Weise organisiert werden können.

Wichtig sind regelmäßige Kommunikation über die Gemeindemedien, aber auch Veranstaltungen, Testaktionen und Schulprojekte, wo praktische Erfahrungen mit einer neuen Mobilitätssituation gemacht werden. Nicht der „Verzicht“ auf die automobile Fortbewegung steht im Mittelpunkt der Kommunikation, sondern der Mehrwert, der mit einer neuen Art der Mobilität verbunden sein kann: Spaß an der Bewegung, weniger Ballast, mehr Lebensqualität.